Beeinflussen Suchmaschinenmarketing und Social Media das Kaufverhalten?
Jun 27
Für viele Menschen – vor allem die jüngere Generation – vergeht kaum noch ein Tag ohne Einloggen bei Facebook, Twitter und Co, um auf dem Laufenden zu bleiben: Was treiben die Freude? Wer hat mir eine Nachricht geschrieben? Wo ist morgen was los? Doch wie sehr beeinflussen die sozialen Medien auch das Kaufverhalten dieser Menschen, die vor allem Community-Mitglieder und User sind? Diese Frage beschäftigt die Wirtschaft mehr denn je und ist auch für Verantwortliche beim Suchmaschinenmarketing interessant. Der Marketingprofessor Prof. Dr. Ralf Schengber hat sich dieser Fragestellung in einer Studie gewidmet. Sein Ergebnis ist eindeutig: Für den Großteil der aktuellen Internetnutzer ist der Online-Kauf inzwischen selbstverständlich geworden.
Hilfe bei der Kaufentscheidung bieten dabei persönliche Bewertungen in Social Media; dazu gehören Produktbewertungen, Foren, Blogs und die beliebten Netzwerke. Von all diesen Online-Käufern bewertet etwa die Hälfte wiederrum ihre eigenen Transaktionen und dieser Teil wird damit selbst Teil eines Kommunikationssystems. Dieses nimmt immer größeren Einfluss auf Online-Shops und die Händler. Sie müssen sich immer mehr auf die Veränderungen einstellen. Was Professor Schengber durch seine Studie ermittelt hat und durchaus auch von Interesse für die künftige Suchmaschinenmarketing sein kann ist, dass Käufer eine immer größere Macht erhalten und sich Verkäufer und Anbieter immer mehr an die aktuellen Begebenheiten anpassen und dabei die schnellsten sein müssen, um nicht unterzugehen und noch genug Kunden erreichen und überzeugen zu können.
Die Studie mit dem Namen „Social Media Einfluss auf das Kaufverhalten im Internet“, durchgeführt von Dezember 2010 bis Januar 2011, ergab interessantes: Produktwerbung im Internet beeinflusst maßgeblich bei der Kaufentscheidung. Ähnlich hohes Gewicht erhalten bei mehr als 80 Prozent der Befragten lediglich Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld. Der direkt Einfluss sozialer Netzwerke ist bislang noch nicht so hoch – er liegt bei etwa 20 Prozent – doch 70 Prozent der Befragten gaben immerhin an, dass sie im Laufe ihres Kaufprozesses mit Social Media in Kontakt kamen. Potential liegt also dahinter.
Persönliche Bewertungen von Käufen und Produkten sind für Kunden enorm wichtig, denn diese dienen oft als Kaufanreiz. Der Kaufprozess dauert bei Nutzer sehr viel länger als gedacht: Ihnen geht es nicht nur um den eigentlichen Kaufvorgang im Onlineshop eines Anbieters, sondern er setzt bei der Informationsbeschaffung an, geht über den Preisvergleich und endet erst bei der Produktbewertung. Die Kommunikation mit anderen Kunden gehört zum Online-Shopping einfach dazu, dank Social Media kristallisiert sich das mehr und mehr heraus. Manipulierte Einträge und Bewertungen müssen im Zuge dessen allerdings tabu sein – darauf weist Schengber ausdrücklich hin. Dass sich Käufer untereinander austauschen ist vor allem Sache der Käufer und sollte von Händler und Anbietern nicht boykottiert werden. Dieser Schuss kann schneller nach hinten losgehen als gedacht.
