Facebook geht an die Börse – was das für Internet Marketing Agenturen bedeutet
Feb 13
Der große und von vielen Seiten erwartete Schritt scheint endlich immer näher zu rücken: Facebook bereitet seinen Börsengang konkret vor. Dazu veröffentlichte das soziale Netzwerk nun seinen Börsenprospekt, mit dem es bei Investoren für seine Aktien wirbt. Allerdings gibt es immer noch keinen Termin für den tatsächlichen Gang an die Börse. Dabei würde dieser Schritt sicher interessant verlaufen und könnte auch für Internet Marketing Agenturen eine Hilfe sein: Der Erfolg an der Börse gibt Hinweise über den Marktwert von Facebook und das Interesse von Werbepartner. Gerade jetzt wären diese Infos wichtig, denn das soziale Netzwerk hat sich mal wieder mit vielen Nutzern angelegt und für Unmut gesorgt.
Die Facebook-Chronik, eine Form des Nutzer-Profils, soll verpflichtend für alle Mitglieder werden. Größte Unterschiede zum üblichen Profil sind das oben stehende Titelbild, eine Informationsleiste mit den wichtigsten Daten und die zweispaltige, chronologische Sortierung von Fotos, Kommentaren. So kann das Profil auch nach einem bestimmten Jahr durchforstet werden und der Nutzer kann nachträglich Ereignisse aus der Vergangenheit hinzufügen, auch als er noch nicht bei Facebook war. Ziel ist wohl eine Mischung aus Lebenslauf und Tagebuch der Nutzer. Kritiker befürchten das Ende des Datenschutzes, Befürworter hingegen sagen, dass es sich lediglich um eine andere Darstellung handelt, die gezeigten Inhalte aber dieselben sind. Außerdem biete sich durch die Umstellung sogar die Möglichkeit, alte und fast vergessene Beiträge noch einmal anzusehen und nach Belieben zu löschen. Viele Nutzer sehen sich aber genötigt, ihr Profil auch ungewollt umzustellen und gehen schon jetzt auf die Barrikaden.
Die neue Facebook-Chronik sorgt also für geteilte Meinungen, stellt Facebook aber auch wieder auf den Prüfstand. Was ein Börsengang jetzt bewirken würde, ist die große Frage und vielleicht hält sich das Unternehmen gerade wegen der strukturellen Umstellungen noch etwas zurück mit dem entscheidenden Gang an die Börse. Was aber bereits dank des Prospekts feststeht ist, dass das Volumen des Börsengangs bei fünf Milliarden Dollar liegt und damit doch nur halb so hoch ist, wie ursprünglich erwartet. Diese Summe kann sich allerdings noch erhöhen, denn häufig setzen Unternehmen lieber tiefer an und warten erst mal die Reaktion der Investoren ab. Falls dann genügend Nachfrage besteht können sie später immer noch den Preis erhöhen.
Der Börsenprospekt gibt zudem Informationen über Facebooks Wachstum und Verdienst dank Werbeeinnahmen. 2011 waren es eine Milliarde Dollar, 2012 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin schon 229 Millionen Dollar. Der Umsatz lag zuletzt bei 3,7 Milliarden Dollar, das bedeutet ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Welchen Wert Facebook an der Börse bekommt, wird noch nicht ersichtlich. Weder die Anzahl der auszugebenden Aktien wird angegeben, noch der Preis für das einzelne Papier. Also immer noch eine Menge Geheimnisse, wodurch der Aktienkundige genauso geduldig sein muss wie die Internet Marketing Agenturen, die an diesem Schritt erkennen wollen, wie es um die Zukunft des sozialen Netzwerkes bestellt ist. Diese Infos wird Facebook wohl noch nachreichen bis der Börsengang – vermutlich im späten Frühjahr oder im Sommer – startet.
Gründer Marc Zuckerberg beteuert trotz der großen Pläne weiterhin, dass Facebook nicht als gewinnbringendes Unternehmen gegründet wurde, sondern die Mission hatte, die Welt besser zu vernetzen und damit offener zu machen. Die Dienste stehen laut ihm an erster Stelle, um die zu verbessern wird Geld mit Werbung etc. verdient – nicht umgekehrt. Dennoch gerät das Netzwerk immer wieder in die Kritik, vor allem Datenschützer befürchten eine negative Entwicklung. Aktuell ist es die Chronik, die Bedenken anregt. Trotz dieser Kritikpunkte gilt der Facebook dennoch als spektakulärster und größter Börsengang des Internet-Zeitalters – schon allein wegen der 845 Millionen aktiven Nutzern, die sich dahinter verbergen. Mehr als die Hälfte davon schaut sogar täglich vorbei. Nach aktuellem Stand will Facebook bei seinem Börsengang 5 Milliarden Dollar einnehmen. Selbst mit der Summe wäre das Start-up-Unternehmen neuer Rekordhalter.
