Das schwarze Loch für aussortierte Suchbegriffe
Oct 26
Google Instant sollte den Konzern einen großen Schritt nach vorne bringen, da es endlich Echtzeitinternet lieferte. Wer dort einen Suchbegriff eintippt, bekommt bereits bei den ersten Buchstaben Vorschläge gemacht und bekommt daher viel schneller als bisher ein Ergebnis. Die Schattenseiten von Instant machen nun aber bereits vermehrt die Runde. So gibt es dort bereits um die 500 Begriffe, die gesperrt sind, also keinerlei Suchergebnisse angezeigt bekommen. Diese Liste wird zusehends länger und macht daher so manchen Webseitenbetreiber Sorgen, denn die Wahrscheinlichkeit mit seinem eigenen Angebot in diese Suchnische zu fallen, wird immer größer. Die zunehmende Zensur ist Folge der Instant-Technologie selbst, denn da bereits während des Eintippens Vorschläge generiert werden, die dazu passen könnten, steigt auch die Gefahr, dass Begriffe angezeigt werden, die gegen die Richtlinie der Suchmaschine verstoßen. Das wäre beispielsweise der Fall wenn pornographische Inhalte angezeigt werden würden. Eigentlich eine gute Sache, aber wenn man sich ein Praxisbeispiel anschaut, wird deutlich wie folgenreich diese Zensur sein kann.
Das Wort „Nude“ bedeutet übersetzt „nackt“ und daher wird hier jemand keine Ergebnisse für diesen Begriff bekommen. Wenn nun jemand aber nach „Nudeln“ sucht, dann gibt er zwangsläufig auch das gesperrte Wort ein und muss feststellen, dass auch danach keine Ergebnisse angezeigt werden. Das ist für einen Nutzer ärgerlich und folgenreich für Anbieter: Wer auf seiner Homepage Nudeln oder Nudelrezepte anbietet, hat keine Chance über Google Instant angezeigt werden, da im Namen ein pornographisches, englisches Wort enthalten ist. Das Problem bei Google Instant ist also, dass ein gesperrter Begriff nicht wieder freigegeben wird, nachdem er sich weiter verändert hat. Anscheinend reicht der ungewollte Begriff, der darin enthalten ist und schon gibt es für diese Suche keine Chance mehr auf ein Ergebnis.
Hieraus ergibt sich der wohl größte Schwachpunkt der so angepriesenen Instant-Suche, der auch Auswirkungen auf die professionelle Suchmaschinenoptimierung haben kann. Denn bei bestimmten Begriffen ist eine Optimierung schwerer durchführbar. Die nahe liegendsten Begriffe fallen wegen der Zensur weg, beziehungsweise müssen speziell für Google Instant neu ausgelotet werden. Das Problem kann sich durch die häufigen Übereinstimmungen von Begriffen in unterschiedlichen Sprachen, immer weiter ausweiten, sodass Nutzer von Instant irgendwann sehr frustriert sein könnten wenn die Vorschlagsuche nicht funktioniert, und dass vielleicht gar nicht vom Nutzer nachvollzogen werden kann, da er die Bedeutung in einer anderen Sprache gar nicht kennt.
Die neue Google Technologie funktioniert also nicht einwandfrei. Nachdem es ja zusätzlich nötig ist, ein Google-Konto zu haben um Instant zu nutzen, macht hier nun also das zweite Ärgernis seine Runde. Nicht nur, dass Begriffe wie „sexy“ oder „Porno“ gesperrt sind, auch Worte wie Nacktbadestrände“ oder Personen wie „Paris Hilton“ sind betroffen. Hiernach kann via Google erst gesucht werden, wenn man wieder die herkömmliche Google-Suche aufruft. Neue Begriffe fließen zudem erst nach einer Stunde in die Instant-Suche mit ein. Alles kleine Schwachstellen, die Instant in die Diskussion bringen und offen lassen wie vorteilhaft diese Suchvariante auf Dauer sein wird.
