Der IQ der Internetsurfer und Folgen für das Suchmaschinenmarketing
Aug 22
Eine zuverlässige Angabe bezüglich des eigenen Intelligenzquotienten gibt üblicherweise nur ein ausgewiesener IQ-Test. Doch hin und wieder soll es auch andere Wege geben, um darüber etwas herauszufinden. Neuerdings soll es sogar der benutzte Internetbrowser sein, der etwas über den Grad der Intelligenz aussagt. Das behauptet zumindest eine Studie des Unternehmens AptiQuant, in der 100.000 Nutzer unterschiedlicher Browser unter die Lupe genommen wurden. Das Ergebnis scheint zunächst interessant, auch für Spezialisten im Bereich des Suchmaschinenmarketing: Nutzer des Internet Explorers von Microsoft werden immer dümmer, die Nutzer von Firefox oder Opera hingegen werden immer schlauer.
Das Consultingunternehmen aus dem kanadischen Vancouver hat festgestellt, dass Nutzer des Internet Explorers dümmer sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Dafür sind Nutzer anderer Browser angeblich intelligenter als der Rest. Zu diesem Ergebnis kam AptiQuant, indem es die rund 100.000 Personen einem IQ-Test unterzog. Ziel war es, einen Zusammenhang zwischen den kognitiven Fähigkeiten des Individuums und seiner Wahl eines Webbrowsers zu finden. Das Ergebnis macht nachdenklich: Angeblich hat der durchschnittliche Internet Explorer-Nutzer einen IQ von 80, damit liegt wäre er unterdurchschnittlich intelligent. Der Durchschnitt ist auf 100 festgelegt.
Die Nutzer der häufigsten Alternativbrowser Firefox, Chrome und Safari liegen im Bereich 100 und 120; Gewinner sind die Verwender des Internet Explorers mit Chrome Frame, des Camino und des Opera. Sie liegen oberhalb von 120. Das Ergebnis passt zufällig hervorragend zu der landläufigen Meinung in Zusammenhang mit der Wahl des Internetbrowsers. Wer den Internet Explorer benutzt, gilt dabei als jemand, der sich von Microsoft alles vorsetzen lässt. Wer aber Firefox oder wenigstens Google Chrome benutzt, ist der aufgeklärte und politisch korrekte User. Hat dies etwa Einfluss auf das Ergebnis gehabt? Und muss das Suchmaschinenmarketing sich wirklich auf unterschiedlich kluge Nutzer einstellen, je nach Browser?
Die Studie schlug hohe Wellen, so wurden die Ergebnisse bei Facebook und Twitter verbreitet. Die Leser der Online-Portale, die das Resultat veröffentlichten, reagierten amüsiert oder aber beleidigt. Doch dann wurde die Redaktion von BBC News skeptisch und forschte nach. Dabei fanden sie schließlich heraus, dass die Studie nur ein Scherz war – wenn auch ein gut vermarkteter Scherz. Die Internetseite von AptiQuant bestand zum Zeitpunkt der Studie erst seit 2 Wochen, die Fotos waren identisch mit denen einer anderen Internetseite. So stellte sich heraus, dass ein Programmierer aus Vancouver hinter dem Projekt steckte. Seine Begründung: Er wollte möglichst viele Nutzer des Internet Explorers dazu bringen, diesen Webbrowser nicht mehr einzusetzen.
Ihn ärgerte vor allem, dass die Software in mehreren ihrer Versionen nicht mit den Internet-Standards kompatibel sei. Er glaube einfach, dass die Welt ohne Internet Explorer eine bessere wäre. Gehör hat er mit dieser Bitte nun gefunden, denn durch die brisanten Studien-Ergebnisse hat er viel Aufmerksamkeit erregt. Er erfand dazu nicht nur eine Firma, sondern baute auch eine Webseite und recherchierte sorgfältig für sein Vorhaben. Er schrieb einen sechsseitigen Bericht und verschickte diesen zusammen mit einer Pressemitteilung. Mit dieser sorgfältig geplanten Aktion hat sich der Start-up-Gründern Gill nun weltweit einen Namen gemacht – sicherlich ein Effekt, den der Mann zusätzlich beabsichtigte. Den Namen seiner eigenen Shopping-Seite hat er in seinem dann folgenden Eingeständnis über den Fake zusätzlich eingebaut – zufällig geschah das bestimmt auch nicht. Beim Suchmaschinenmarketing tritt also keine neue Komponente hinzu, die je nach Browser dem Nutzer mehr oder weniger zutrauen darf. Das ist und bleibt auch weiterhin individuell verschieden, wobei SEO-Maßnahmen bei möglichst vielen Nutzern wirken sollen.
