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Erschweren Googles Suchvorschläge die Suchmaschinenoptimierung?

May 02

Wer sich für Google entscheidet, wenn er eine Suchanfrage durchs Netz starten will, der erhält in vielerlei Hinsicht Unterstützung. Google Suggest ist eine dieser Hilfen, bei der passende Vorschläge eingeblendet werden, sobald ein Suchwort eingetippt wurde. Bei der Suchmaschinenoptimierung sollte diese Funktion von Google nicht ignoriert werden, denn hier lauern Chancen, aber auch Tücken. Die automatische Vorgabefunktion war kürzlich sogar Thema vor Gericht. Ein italienischer Anwalt hatte geklagt, dass bei Eingabe des Namens seines Mandanten Begriffe wie „Betrug“ oder „Betrüger“ vorgeschlagen würden. Das Mailänder Gericht gab dem Anwalt Recht und gab Google die Auflage, diese Begriffe aus den Suggestions zu entfernen.

Google Suggest sorgt immer wieder für Diskussionen und Probleme, die sich vor allem um die Frage drehen, ob die automatischen Vorschläge in das Suchverhalten der Nutzer eingreifen. Damit entsteht auch für die Suchmaschinenoptimierung eine weitere Komponente, die Risiken birgt. Von Seiten des Suchmaschinenbetreibers besteht natürlich Enttäuschung über das mailänder Urteil. Ein Sprecher des Unternehmens sagte dazu, dass ein Computer-Algorithmus die Suchvorschläge generiere, die wiederrum auf den Suchanfragen von Nutzern basieren. Google könne für diese Begriffe eigentlich nicht verantwortlich gemacht werden. Dieser Algorithmus ist natürlich geheim, aber er scheint ziemlich komplex zu sein, denn bei den automatischen Vorschlägen lässt sich folgendes beobachten: Die allgemeine und aktuelle Beliebtheit von Begriffen wird bedacht, die Vorschläge basieren zum Teil auf dem bisherigen Suchverhalten der Nutzer, sie sind also personalisiert, zusätzlich werden Tippfehler korrigiert und die Reihenfolge der Buchstaben umgestellt. Die Suggestions können aber durchaus auch negativ ausfallen, wie der Fall aus Italien bereits deutlich macht. Wenn in Einzelfällen Google dazu gezwungen wird, gemachte Vorschläge zu entfernen, so bleibt die allgemeine Diskussion über die Vertretbarkeit der Suchvorschläge bestehen.

Wenig kritisch scheinen die anderen Suchmaschinen allerdings an das Thema heranzugehen, denn sie wollen anscheinend vor allem eins: Konkurrent Google in nichts nachstehen. Während die automatischen Suchvorschläge hier bereits im September 2010 eingeführt wurden, gibt es diese Funktion seit Ende Dezember 2010 auch bei Microsofts Suchmaschine Bing. Jetzt hat auch Yahoo nachgezogen und bietet Vorschläge an, ungeachtet der Diskussionen, die das bei Google bereits angefacht hat. Da Yahoo aber nicht nur abgucken und nachahmen wollte, soll die entsprechende Funktion hier besonders ausgefeilt sein. Es werden bei der Eingabe eines Begriffs in das Suchfeld gleich Antworten beziehungsweise Lösungsvorschläge angeboten. Yahoos Automatik befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase und richtet sich derzeit vor allem an die US-Ausgabe der Suchmaschine. Aber zum Teil kommt diese Version auch mit deutschen Begrifflichkeiten klar. Einen Versuch ist es also wert, um das Können von Yahoos neuer Funktion einmal auszutesten.

Mit schmutzigen, englischsprachigen Begriffen geht Yahoo ähnlich um wie Google: Wenn man einen Begriff wie „fuck“ eingibt, passiert einfach gar nichts. Bei Google gibt es bereits eine beachtliche Menge von solchen Unwörtern, auf die nicht mit Vorschlägen reagiert wird. Natürlich werden die automatischen Suchvorschläge auch mit Werbung verknüpft, was mitunter etwas nervig ausfallen kann. Denn direkt einen Einkaufstipp zu den gemachten Vorschlägen zu bekommen, hilft einem doch nur in den seltensten Fällen.

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