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Facebook – bald nicht mehr wichtig für Suchmaschinenoptimierung?

Jul 04

Facebooks großer Triumphzug könnte bald ein Ende haben. Die Gründe dafür sehen vielfältig aus. Zunächst einmal hat das soziale Netzwerk mit seiner Angebotserweiterung, Mitglieder auf Fotos zu identifizieren, für Unruhen gesorgt. Zum Einsatz kommt für diesen Service die Gesichtserkennung, und genau bei so einem Thema reagieren vor allem deutsche Internetnutzer äußerst sensibel. Ganz neu ist die Funktion bei Facebook, bei der es ausschließlich darum gehen soll, dass Personen auf hochgeladenen Fotos schneller erkannt werden. Eine Software schlägt Nutzern beim Hochladen von Fotos die Namen ihrer abgebildeten Freude beim Online-Netzwerk zum Markieren vor. Geht dieses Angebot nach hinten los und schwächt es Facebook vielleicht sogar so sehr, dass innerhalb der Suchmaschinenoptimierung künftig keine Rücksicht mehr auf das soziale Netzwerk genommen werden muss?

Zumindest hat das Angebot für Proteste gesorgt, denn gerade was den Datenschutz angeht, herrscht hier weit mehr Skepsis als Begeisterung. Das Programm erkennt anhand früherer Markierungen, die vom Nutzer per Hand eingetragen wurden, um wen es sich auf neuen Fotos handelt. Dabei sollen in jedem Fall nur Namen aus der eigenen Freundesliste und keine anderen Mitglieder vorgeschlagen werden, betont das Unternehmen. Außerdem könne die neue Funktion für das eigene Gesicht jederzeit abgeschaltet und bereits vorhandene Namens-Tags gelöscht werden. Wie üblich bei Facebook ist die neue Funktion grundsätzlich aber erst mal freigegeben und muss erst manuell gefunden und ausgeschaltet werden.

Eine Software, die alle vorhandenen Bilder automatisch nach übereinstimmenden Gesichtern und Namen durchforstet, ist Verbrauchern und Datenschützern zu viel. Die deutsche Sprecherin von Facebook Tina Kulow kontert gegen die neue Aufregung, dass das Unternehmen dadurch doch keine zusätzlichen Daten der Nutzer erhielte. Damit hat sie auch Recht, denn die Verbindung zwischen Namen und Gesichtern haben Facebook-Nutzer bereits selbst hergestellt, indem sie sich oder Freude in einem Foto markiert haben. Der Umgang mit Bildern, soll den Nutzern lediglich erleichtert werden, heißt es. Doch Kritiker, wie der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar schlägt Alarm: Wenn Unternehmen biometrische Merkmale von Millionen Menschen ansammeln, dann sei das „hochbrisant“. Um die Gesichtserkennung anbieten zu können, müsse eine biometrische Datenbank permanent im Hintergrund laufen und das sei sehr bedenklich.

Im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung stellt sich daher die Frage, inwieweit man Facebook bei seiner täglichen Arbeit noch miteinbeziehen darf, wenn das Unternehmen so in die Schlagzeilen gerät. Das ist aber noch nicht alles: Auf den wichtigsten Internetmärkten verabschieden sich derzeit immer mehr User von der Seite. Im Mai verlor Facebook, nach eigenen Angaben, in den USA sechs Millionen Nutzer. Im selben Zeitraum verließen in Kanada rund anderthalb Millionen Nutzer das berühmte Netzwerk. Im April waren ebenfalls höhere Verluste zu verzeichnen gewesen. Deutsche Analysten deuten dies als sichere Zeichen dafür, dass Zuckerbergs Netzwerk seine Expansionsgrenzen erreicht hat. Facebook plant trotz dieser Zahlen offenbar nach wie vor für Anfang 2012 den Börsengang, das Unternehmen könnte dabei mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet werden.

Völlig überraschend kommen die rückläufigen Zahlen nicht, denn Facebook gehört wie viele andere Erscheinungen der neuen Medien zu einem Trend, der Höhepunkte erlebt und wieder abflaut. Wer in seinen eigenen Freundeskreis schaut wird feststellen, dass bestimmte Netzwerke oder Internetangebote, zeitweise sehr beliebt sind, und später wieder abebben. Dem unterliegt Facebook ebenso, auch wenn der Erfolg hier so ziemlich alle Grenzen überschritten hat. Unter all den Nutzern sind eine Menge absoluter Anhänger, aber auch Menschen, die den Hype nur bis zu einem bestimmten Grad mitmachen und wieder abspringen, wenn sie sich kontrolliert fühlen und ihren Alltag lieber wieder ohne soziales Netzwerk gestalten möchten. Heutzutage sicher eine nachvollziehbare Entscheidung, die nach und nach in vielen Ländern zu beobachten sein könnte. Wer seine Suchmaschinenoptimierung nun also zu stark auf Facebook abgestimmt hat, der könnte in der Zukunft vor dem Problem stehen, dass der Trend vorüber, und eine neue Optimierung nötig ist. Hier zeigt sich wie breit gefächert und durchdacht gute SEOs arbeiten müssen, um einen Erfolg auch über Trends und Modeerscheinungen hinweg garantieren zu können.

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