Facebook nimmt die Verfolgung auf
Oct 14
Eigentlich gelten Google und Facebook als Vorreiter und Anführer in zwei unterschiedlichen Disziplinen: Google bei den Suchmaschinen und Facebook bei den sozialen Netzwerken. Doch so einfach lässt sich die Grenze offenbar nicht ziehen, denn die Konzerne wollen den Bereich des Anderen selbst erobern und daher werden die Beiden immer mehr zu Konkurrenten. Nun ist es das Online-Netzwerk Facebook, das immer stärker mit Google konkurriert. Das gelingt vor allem durch die beeindruckende Zahl von 500 Millionen angemeldeten Benutzern weltweit. Die Community gewinnt immer mehr Einfluss im WorldWideWeb und wird im Zuge dessen auch immer mehr zur Einstiegspforte in eben diesem.
Ein deutsches Computerspieleportal hat ermittelt, dass inzwischen die zweithäufigsten Seitenzugriffe von Nutzern stammen, die von Facebook aus kommen. Überboten wird Facebook dabei nur von Google, denn dieser Dienst generiert noch mehr Seitenzugriffe. Weitere Untersuchungen bestätigten dieses Ergebnis und bewerteten Facebook als zweitwichtigsten Traffic-Lieferanten. Das macht Google schon deutlich Konkurrenz, vor allem unter Anbetracht der Tatsache, dass das führende soziale Netzwerk weiter auf Wachstumskurs ist. Gerade die jüngeren Nutzer des Internets nutzen das Web vom Onlinenetzwerk aus, da sie gefundene Inhalte mit ihren Freunden teilen wollen und Facebook dazu genau die richtigen Möglichkeiten bietet. Auch bei der eigenen Suche setzen Nutzer oft auf die Empfehlungen von Onlinefreunden und nicht mehr so stark auf das Angebot von Google, was je nach Suchanfrage ausgespuckt wird. Dieser Umstand hat bereits zu sinkendem Betrieb auf der Webseite von Google geführt, was dem Konzern Millionen von Werbeumsätzen kosten kann.
Die deutschen Verlagshäuser haben auf die Entwicklung bereits reagiert und sehen Facebook verstärkt als Werbepartner. Der Verlegerverband VDZ glaubt daran, dass Facebook in den kommenden Jahren für Verlage die gleiche Bedeutung haben wird wie Google. Dazu hat vor allem der „Like“-Button beigetragen, den Betreiber von Onlineportalen seit dem Frühjahr bei sich einbauen können und der Empfehlungen unterschiedlicher Inhalte möglich macht. Dieser Knopf wurde weltweit bereits bei etwa 350.000 Seiten integriert und in Deutschland gibt es bereits markante Beispiele dafür, welchen enormen Nutzen dieser Button hat.
Manche Webseiten konnten die Seitenzugriffe von Facebooknutzer nach eigenen Angaben sogar verdoppeln seit des den Like-Button gibt. Manche Unternehmen stimmten mithilfe des Buttons ihre Produkte ab und konnten die Umsätze vervielfachen. Gleichzeitig gab es die Feststellung, dass einige Themen besser bei Facebook funktionieren als andere, es gibt also durchaus Unternehmen die keinen großen Zugewinn verzeichnen können. Welches System dahinter steckt, sei noch unbekannt. Für die Suchmaschinenoptimierung wäre das natürlich ein wichtiges Detail, denn dann könnten SEOs von vorneherein wissen, ob die Bemühungen in Richtung Facebook bei dem jeweiligen Kunden fruchten können. So bleibt es bislang noch etwas unsicherer, zu entscheiden wie weit ein Unternehmen bei Social Media Marketing gehen sollte. Dass es sich bei alledem um einen Angriff auf Google handelt, zeigen weitere Bemühungen. Facebook soll mithilfe von Partner direkt in Mobiltelefone integriert werden, so auch in einer Spezialversion des Google-Betriebssystems Android. Wie Google darauf reagiert bleibt abzuwarten, aber das Unternehmen lässt sich sicher wieder etwas Neues einfallen.
