Google +1 hält die SEO Optimierung auf Trab
Apr 06
Kaum noch eine Seite im WorldWideWeb kommt ohne ihn aus: Der Like-Button von Facebook. Er signalisiert Usern auf einen Blick, dass diese Seite von Nutzern des größten sozialen Netzwerkes für gut empfunden wurde und das stärkt das Vertrauen. Selbst in der SEO Optimierung spielt dieser Button eine Rolle, denn er nimmt Einfluss auf den Erfolg und den guten Ruf einer Seite und kann eine SEO Maßnahme werden. Google scheint nun ein eigenes Pendant dazu entwickelt zu haben und stellte kürzlich Google +1 vor. Angemeldete Nutzer haben mithilfe dieses Services die Möglichkeit, Webseiten, die in den Google-Ergebnislisten präsentiert werden, als empfehlenswert zu markieren. Damit will Google seine Services auch auf das Social Web ausweiten.
User können dank Google +1 nicht nur einzelne Artikel, sondern auch Suchergebnisse und Anzeigen weiter empfehlen. Wenn befreundete User dann auf dieselben Ergebnisse stoßen, wird ihnen die Empfehlung angezeigt und ähnlich dem System des Like-Buttons, können sie daraus etwas über die Qualität und den Nutzen der entsprechenden Seite und deren Inhalt schließen. Viele „Likes“, oder künftig vielleicht viel „plusoned“ sind inzwischen wie eine Visitenkarte geworden, die einen guten Ruf ausmacht. Daher ist das auch ein Aspekt, der bei der SEO Optimierung im Blick behalten werden sollte. Nutzbar ist der neue Dienst für jeden, der mit einem Google-Profil angemeldet ist, beispielsweise für Google Mail, Google Calender oder Google Docs. Allerdings startet das Angebot erst mal nur in den USA; deutsche Nutzer können den Service höchstens vorab testen, nötig ist dabei eine Zustimmung in den Google-Labs.
Wer beispielsweise ein Suchergebnis „plusoned“, findet dies anschließend auch in seinem Google Profil aufgeführt. Diese Ansicht ist mit einem Facebook-Profil vergleichbar, auf dem alle Postings und Likes zusammengefasst sind. Die Liste, die im Google-Profil auftaucht, lässt sich editieren und veröffentlichen. Tut man dies nicht, kann nur der betreffende Nutzer diese Angaben sehen. Trifft nun jemand aus den Google-Kontakten auf das dasselbe Suchergebnis, dann wird ihm angezeigt, dass man diese Seite „plusoned“ hat. Das signalisiert, dass man die betreffende Seite für qualitativ gut und hilfreich hält, sie also ohne weiteres empfehlen kann. Bei Google-Anzeigen ist das Gleiche möglich. Google hat mit dem neuen Service wohl vor allem vor Augen, seine Präsenz im Internet auszuweiten und Nutzer dazu zu bewegen, sich ein Google-Konto zuzulegen. Frage ist, ob „Google +1“ auch bei der SEO Optimierung künftig eine Rolle spielen wird. Der Like-Button von Facebook hat das ja bereits geschafft.
Allerdings kann der User bei „+1“ nicht auswählen, welche Freunde oder Empfehlungen er wichtiger findet. Google stellt stattdessen eine Art Rangliste aus allen Daten zusammen und entscheidet damit, welche User und Empfehlungen ihm im Zuge dessen angezeigt werden. Damit kann sich „+1“ gar nicht gegen Facebooks Pendant stellen, denn es ist noch gar nicht so weit. Der Service funktioniert vorerst als eine Art persönliche Merkliste für Suchtreffer und hat Ähnlichkeit zu einer Sammlung von Bookmarks, die dann immerhin von überall und nicht nur von dementsprechendem Browser aus abrufbar sind. Ein zusätzlicher Wehrmutstropfen ist, dass solche Empfehlungen sowieso sehr subjektiv sind und der Mehrwert in Frage gestellt werden kann. Denn weder Likes, Retweets noch +1 sind für jeden Suchenden eine verlässliche Hilfe bei der Suche im Internet. Denn jede Suchanfrage hat ein anderes Ziel, daher muss die vorher für gut befundene Seite für den nächsten User noch lange keine Hilfe sein. Warum genau ein User ein Suchergebnis „plusoned“ bleibt außerdem sein Geheimnis.
