Google+: Nur eine Eintagsfliege und daher irrelevant für eine Internet Marketing Agentur?
Aug 15
Es war ein Traumstart für Google+ – das neu entwickelte soziale Netzwerk von Google – und der große Wunsch, Facebook endlich Paroli zu bieten und in den Grundfesten zu erschüttern, schien zum Greifen nahe. Doch die neuen Zahlen von Google+ stimmen weniger euphorisch. Nachdem die Anmelde-Zahlen in relativ kurzer Zeit auf 10 Millionen anwuchsen – und damit sogar die Startzahlen vom Microblogging-Dienst Twitter in den Schatten gestellt wurden – sind die Zahlen nun bereits wieder rückläufig. In der letzten Woche haben laut Auswertungen noch 1,79 Millionen Menschen das neue soziale Netzwerk besucht. In der Woche davor waren es noch 1,86 Millionen. Braucht sich eine Internet Marketing Agentur also gar nicht erst auf Google+ einzustellen, wenn es um Suchmaschinenoptimierung und Social Media-Maßnahmen geht? Ist der große Andrang schon wieder vorbei?
Der Frust über Facebook ist in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Sei es wegen veränderter Anwendungen oder dem laxen Umgang mit Datenschutz. Google Plus stellte da nun eine dankbare Alternative dar: 10 Millionen Nutzer meldeten sich innerhalb eines knappen Monats an. Es herrscht bei vielen Begeisterung über das neue soziale Netzwerk, das gute Facebook-Ideen übernahm und schlechte ersetzte. Die Umstellung des Facebook-Chats sorgte zusätzlich für schlechte Stimmung unter den Mitgliedern und ließ den Wunsch nach einer Alternative stärker werden. Nichts desto trotz hat Facebook mit weltweit rund 750 Millionen Nutzern noch einen deutlichen Vorsprung, aber Google bleibt optimistisch.
Worüber Google Plus bereits klagt, ist nicht direkt der Rückgang der Besucher. Eine Studie des US-Unternehmens Experian Hitwise hat vielmehr gezeigt, dass das neue soziale Netzwerk in den USA bereits weniger Visits erzielt. Das heißt, dass angemeldete Nutzer auf ihre Accounts seltener zurückgreifen, beziehungsweise seltener ihre Seite besuchen. Beim SEO und für eine Internet Marketing Agentur ein wichtiger Indikator für den Erfolg einer Seite. Zusätzlich zu den geschrumpften Page Visits ist laut der Studie auch die Verweildauer der Mitglieder gesunken. Blieben sie vor zwei Wochen noch durchschnittlich 5:50 Minuten, sind es in der letzten Woche nur noch 5:15 gewesen.
Google äußerte sich zu den veröffentlichten Zahlen der Studie nicht offiziell, wies aber darauf hin, dass es sich dabei nur um reine Besucherzahlen handele. Nicht aber um Zahlen der aktiven Benutzer. Außerdem seien die Nutzerzahlen von mobilen Zugriffen, wie der App für das iPhone und die Interaktion mit anderen Google-Angeboten nicht berücksichtigt worden. Das würde indirekt darauf hinweisen, dass die Zahlen gar nicht repräsentativ sind, da sie nicht alle Komponenten mit einbeziehen. Die Grafiken von Experian Hitwise verraten dennoch, dass nach einem absoluten Hoch am 12. Juli, die täglichen Visits kontinuierlich abnehmen. Ob das Einbeziehen von mobilen Zugriffen an diesem Abwärtstrend etwas ändern würde, sei dahin gestellt. Die Studie zeigt zudem, dass über 50 Prozent der Google+-Besucher über Gmail oder andere eigene Seiten wie YouTube generiert wurden. Dagegen kamen höchstens 20 Prozent über fremde Webseiten. Zudem sind weit über 50 Prozent der aktuellen Nutzer angeblich 34 Jahre oder jünger. Nur 25 Prozent sind 45 Jahre alt oder älter. Google scheint viele Nutzer über eigene Dienste gelockt zu haben und daher erscheint es wirklich unsicher, ob Google+ in der Lage sein kann, Facebook gefährlich zu werden.
