Ist Google noch objektiv genug für SEO Optimierung?
Dec 03
Mit Google ist es ein ständiges Auf und Ab: Den einen Tag beeindruckt der Konzern die Öffentlichkeit noch mit einem neuen Tool, dass wie Zukunftsmusik klingt und die Möglichkeiten im Web erweitert. Am nächsten Tag gibt es schon wieder Negativschlagzeilen, die die Nutzerfreundlichkeit infrage stellen. Für all diese Neuigkeiten müssen auch Experten der SEO Optimierung ein offenes Ohr haben, denn Google ist nun mal die Wichtigste Suchmaschine im Geschäft. Neuerdings geht die Kurve wieder nach unten, und diesmal ist ein Jurist dran schuld: Ben Edelman hat kürzlich bemängelt, dass der Suchmaschinen-Riese zwar behauptet, die eigenen Suchergebnisse nicht zu manipulieren, obwohl es in der Realität ganz anders aussieht: Denn Google präsentiert eigene Produkte häufig an bevorzugten Positionen, also weit oben auf der Ergebnisliste – erst dann kommen andere Webseiten, die der jeweiligen Suche entsprechen. Ein Problem dass auch in der SEO Optimierung ein Problem darstellt.
Edelman hat auf seinem Webauftritt sogar nachgewiesen, dass er mit dieser Annahme Recht hat, dazu hat er lediglich einen kleinen Trick angewendet. So zeigte der Harvard-Jurist, dass Google dauerhaft Links zu eigenen Seiten einblendet, wenn bestimmte Suchbegriffe vom User eingegeben werden. Damit ist die Auslieferung dieser Ergebnisse zum Teil manuell beeinflusst, was einer Agentur für SEO Optimierung die Arbeit um einiges erschwert. Im Normalfall ändert sich bei den Ergebnissen unter einem Suchwort kaum etwas, wenn der Suchende ein Komma anfügt. Doch der Jurist konnte durch seine Tests zeigen, dass sich bei den bestimmten Suchbegriffen die Ergebnisse durch ein angehängtes Komma so gravierend von den normalen Serps unterscheiden, dass daraus eines mit großer Sicherheit hervorgeht: Google muss die Auslieferung eigener Inhalte, die an erster Stelle gezeigt werden, fest so programmiert haben. Beispiele dafür finden sich angeblich unter den Topics „Google Health“ und „Google Finance“. Wenn man das so liest, fragt man sich schon, ob die SEO Optimierung überhaupt noch die Ergebnisse liefern kann, die vom Kunden gewünscht werden, wenn die Manipulation bei Google ein fester Bestandteil ist.
Die von Edelman beschriebene und verwendete Methode kann prinzipiell helfen zu sehen, wo die von Google eingeblendeten Inhalte überhaupt herkommen. Die Thematik ist ansonsten aber nicht neu: Denn schon länger ist bekannt – und bei der eigenen Nutzung ersichtlich – dass Google inzwischen eine Reihe zusätzlicher Informationen in die Ergebnisse einblendet. Auch hierbei ergibt sich in Hinblick auf die SEO Optimierung das Problem, dass auch ein noch so gut optimierter Webauftritt nicht auf die erste Seite der Ergebnisliste kommen kann, weil dort wegen der zusätzlichen Informationen nur ganz wenig Seiten eingeblendet werden. Als Argument für diese Implementierung liefert Google ständig das Gleiche ab: Der User braucht somit nach dem Kurs einer Aktie oder dem Preis eines Hotels nicht lange zu fahnden, denn Google zeigt diese Informationen einfach selbst an und macht es daher leichter.
Diese Begründung des Konzerns klingt zunächst plausibel, doch letztlich stellt es die Objektivität Googles doch in Frage. Denn nichts desto trotz werden dem Suchenden Dinge vorgesetzt, von denen angenommen wird, dass sie für ihn interessant sein könnten. Mit seiner Suchanfrage haben diese Ergebnisse dann aber unter Umständen nicht mehr viel zu tun und der Nutzer wird in seiner Wahl mehr und mehr beeinflusst. SEO Optimierung ist ebenfalls machtlos, wenn Google selbst gewählte Ergebnisse, beispielsweise von zahlenden Werbepartnern, vorzieht. Ohne die große Bandbreite an Webseiten im Internet zu jedem möglichen Thema, wäre Google niemals so weit aufgestiegen. Da ist es natürlich blanke Ironie wenn dieser Konzern seinen erlangten Einfluss nun nur noch für den eigenen Profit nutzt und viele der erfolgsbringenden Webseiten dadurch vernachlässigt und auf die hinteren Plätze verweist.
