Neue Suchmaschine sortiert Spam aus
Nov 28
Google die Stirn bieten und als erwähnenswerter Konkurrent des Großkonzerns den Markt aufmischen – davon haben bereits viele Unternehmen geträumt und sind oftmals an diesem großen Plan gescheitert. Lediglich Yahoo und Bing schaffen es, sich als Suchmaschine einigermaßen zu behaupten – auch wenn sie deutlich im Schatten von Google stehen. Außerdem steht es um Yahoo derzeit nicht sonderlich gut, von den Verlusten profitiert aber vor allem Google, Bing muss sich sein langsames Wachstum hart erkämpfen. Nun hat das Start-up Unternehmen Blekko mit der gleichnamigen Suchmaschine zum Kampf geblasen und ist nun seit kurzem in der Beta-Version nutzbar. Um zu punkten verspricht Blekko eine ganz besondere Leistung: Lästige Spams sollen aus den Ergebnislisten von Suchanfragen entfernt werden. Zudem ignoriert die neue Suchmaschine Teile aus nutzlosem Material das von Content-Farmen ausgebaut wird. Die versuchen es inzwischen immer häufiger Suchbegriffe mit Seiten zu besetzen, die zunächst hilfreich und sinnvoll erscheinen, aber nur auf Online-Werbung optimiert sind und unbrauchbaren Inhalt, wie zur Tarnung und Täuschung transportieren.
Laut Blekko-Chef Rich Skrenta soll die Web-Suche dank der neuen Suchmaschine aufgeräumt und der Spam herausgeholt werden. Besonderer Clou ist, wie Skrenta in Interviews bereits verriet, dass auch der Suchroboter, der hinter der Suchmaschine steckt darauf optimiert sei, sinnvolle Seiten zu erkennen. Bei solchen Seiten schaue der Crawler genauer hin als bei potentiellem Werbe- und Spammüll. In der Datenbank landen mit drei Milliarden Seiten deutlich weniger Webauftritte, als bei Google, was zusätzlich auf eine genauere Auslese hindeutet.
Nicht nur das hebt Blekko von Google ab, sondern auch ein anderes Suchprinzip, das von dem Unternehmen als “slash the web“-Nutzung beschrieben wird. Der Schrägstrich erhält eine wichtige Bedeutung dabei, denn dieser wird genutzt, um den Suchbegriff besser einzuordnen. Ein eingegebener Suchbegriff kann somit erweitert werden: Mit “/images” können entsprechende Bilder angesehen werden, mit “/videos” Filme, mit “/shop” einkaufen, mit “/twitter” kann direkt auf Twitter gesucht oder mit “/date” alle Einträge zeitlich geordnet werden. Die so genannten Slashtags lassen sich auch kombinieren und schränken die Suche weiter ein. So gibt es auch sehr spezielle Ergänzungen zum Suchwort: Mit “photography /fashion /people” bekommt man dann beispielsweise Menschen aus der Modefotoszene angezeigt. Somit lässt sich die Suche also auf einen ganz bestimmten Teil des Webs einschränken, was je nach Suchanfrage sicher enorme Vorteile bieten kann.
Die Slashtags sind Blekkos Ass im Ärmel und setzen es von Googles Suchdienst am ehesten ab. Sie können von Blekko-Nutzern angelegt und müssen zudem mit Websites in Verbindung gebracht werden. Slashtags sind hier mit Kategorien vergleichbar, die mit Inhalten gefüllt werden, die durch Websites dargestellt sind. Wenn sich also alle Nutzer an diese Spielregeln halten, können die Ergebnisse auf diese Weise spamfrei sein. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass niemand Spam-Seiten in die Slashtags aufnimmt. Wenn so etwas erst mal anfangen würde, dann könnte das auch einen solchen Schub geben, dass viele Nutzer Blekko für Ihre Werbeseiten missbrauchen und dann wäre Blekkos großer Pluspunkt ganz schnell zunichte gemacht.
Blekko hofft auf die Intelligenz der Menschen und dass sie die sinnvoll ausgewählten und vom Spam befreiten Ergebnislisten schätzen – irgendwann vielleicht sogar mehr als Googles Angebot, in dem Werbung eine immer größere Rolle spielt. Je nachdem wie gut sich Blekko integriert, könnte diese Suchmaschine künftig auch ein Thema für die Experten der Suchmaschinenoptimierung sein. 24 Millionen Dollar hat das Unternehmen Blekko zur Verfügung, um seinen Angriff gegen Google möglichst gut hinzubekommen und sich auf dem Markt zu etablieren.
