Rankingfaktor Mensch: So läuft die SEO Optimierung der Zukunft ab
Dec 29
Die Rankingfaktoren einer Suchmaschine sind immer wieder Thema, denn wer sie kennt, hat einen enormen Vorteil bei der Optimierung von Webseiten. Das Thema kam nun erneut auf als sich Eric Schmidt, Chief Executive Officer von Google, bei der Internetkonferenz LeWeb 11, in einem Interview zu dem Thema äußerte. Dabei sagte er, dass gerade das soziale Umfeld eines Internetnutzers in Bezug auf die ihm anzeigten Webinhalte, ein Rankingfaktor darstelle. Wenn jemand wie er das bestätigt, muss da etwas dran sein und es bedeutet vor allem für Experten der SEO Optimierung wichtige Hinweise für ihre Arbeit. Folgende Entwicklung zeigt sich bei der Suchmaschine Google: Empfehlungen aus dem sozialen Umfeld eines Suchenden werden als priorisierte Ergebnisse angezeigt, also noch vor Webseiten, die durch treffende Keywords oder häufige Verlinkungen eine gute Platzierung erzielen würden.
Ist diese Entwicklung als positiv anzusehen oder doch eher ein Schritt in die falsche Richtung? Die Meinungen dazu gehen auseinander, doch dadurch wird auf jeden Fall eines klar: Wer das Ziel hat, mit seinen Inhalten bei Google gefunden zu werden und dabei eine gute Platzierung zu erreichen, sollte für eines vor allem sorgen: Die betreffenden Inhalte sollten so oft wie möglich von vielen Internetnutzern in irgendeiner Form empfohlen werden: Der Gefällt mir-Button von Facebook ist nur das bekannteste Beispiel dafür, aber es gibt noch mehr Möglichkeiten. Denn Google ist inzwischen der Meinung, dass die Empfehlungen von Freunden für den Suchenden interessant sind und bei dem eigenen Anliegen helfen können. Ein Vorteil dieses Trends: Durch die Empfehlungen von echten Menschen, die ehrlich einschätzen und ihre Meinung sagen, haben es die Betreiber von ominösen Werbeangeboten schwerer, die Suchergebnisse bei Google zu manipulieren, um daraus ihren Vorteil zu ziehen.
Dass der Einfluss von Social Media stetig steigt, wird hieran deutlich: Die University of California veröffentlichte einen Report über Crowdturfing. Dieser neue Begriff bezeichnet das gezielte Manipulieren innerhalb von Social Networks. Das funktioniert über Internetsurfer aus Schwellen- und Entwicklungsländer, die dafür bezahlt werden – allerdings sehr niedrig –, dass sie Bewertungen geben. Der Report deckte auf, dass das Crowdturfing vor allem von China ausgeht und da vor allem von zwei Anbietern. Nutzer, die sich dort anmelden, erhalten 20 bis 30 Cent dafür, dass sie auf bestimmten Webseiten Konten eröffnen und Bewertungen zu Webseiten abgeben. Auch die Verbreitung von positiven Erfahrungsberichten innerhalb von sozialen Netzwerken gehört zu diesen bezahlten Diensten. Auch in den USA gibt es laut der Studie zunehmend Dienste, die gezielt dazu genutzt werden um das Social Web zu manipulieren. Diese Entwicklung gibt auch der SEO-Optimierung einen faden Beigeschmack und lässt an Machenschaften erinnern, die nicht in Ordnung sind.
Derartige Dienste stellen für Facebook, Twitter und Co angeblich ein ernsthaftes Problem dar. Weit hergeholt scheint diese Vermutung nicht, denn immerhin wird dadurch die Glaubwürdigkeit der Dienste gefährdet. Welche Bewertungen können noch ernst genommen werden, was dürfen Nutzer noch als wahre Empfehlung betrachten? Diese Fragen wären künftig immer schwerer zu beantworten. Die Ausbreitung von Crowdturfing könnte vermutlich zunehmen, wenn die Nutzer aus den Schwellen- und Entwicklungsländer eine bessere Bezahlung bekommen. Da Google diese Entwicklung aber auch nicht entgangen ist, gibt es hier bereits Maßnahmen, um sich hier nicht unterkriegen zu lassen. Ein neuer raffinierter mathematischer Algorithmus könnte es möglich machen, dass echte von unechten Empfehlungen unterschieden werden können. Damit könnten auch Mitglieder von sozialen Netzwerken ausfindig gemacht werden, die gegen Bezahlung etwas bewerten.
